Kurzüberblick
PKV für Angestellte beginnt erst, wenn das regelmäßige Bruttojahresgehalt die JAEG übersteigt. 2026 liegt diese Grenze bei 77.400 € im Jahr, 2027 steigt sie außer der Reihe auf voraussichtlich 84.150 €. Erst darüber ist der Angestellte versicherungsfrei und darf zwischen GKV und PKV wählen. Der Arbeitgeber zahlt dann einen Zuschuss bis zur Hälfte des Beitrags, und wer jung und gesund einsteigt, zahlt nach Zuschuss anfangs oft weniger als den gesetzlichen Höchstbeitrag. Ob das für die nächsten zehn, zwanzig Jahre trägt, hängt an Familie, Gehaltsentwicklung und Tarif.
Welche Grenze gilt 2026 und 2027 für Angestellte?
2026 liegt die Jahresarbeitsentgeltgrenze bei 77.400 € im Jahr, 2027 voraussichtlich bei 84.150 €. Wer am 31. Dezember 2026 versicherungsfrei und schon privat vollversichert ist, wird 2027 an einer niedrigeren Grenze von 80.550 € gemessen.
Wer als Angestellter arbeitet, ist in der gesetzlichen Krankenversicherung pflichtversichert. Die Pflicht endet erst, wenn das regelmäßige Bruttojahresgehalt die Jahresarbeitsentgeltgrenze überschreitet (§ 6 SGB V). Sonderzahlungen, die mit hinreichender Sicherheit jedes Jahr kommen, etwa ein 13. Gehalt, zählen mit, ein Bonus ohne zugesagte Höhe dagegen nicht. Und wer im laufenden Jahr über die Grenze kommt, wird erst zum Jahresende frei, und auch nur, wenn das Gehalt die Grenze des nächsten Jahres ebenfalls übersteigt.
| Grenze im Jahr | 2026 | 2027 |
|---|---|---|
| Allgemeine Jahresarbeitsentgeltgrenze | 77.400 € | 84.150 € |
| Am 31.12.2026 versicherungsfrei und privat vollversichert | 80.550 € | |
| Am 31.12.2002 privat versichert | 69.750 € | 72.900 € |
| Beitragsbemessungsgrenze | 69.750 € | 76.500 € |
Die Werte für 2027 hat das Bundeskabinett am 7. Oktober 2026 beschlossen, der Bundesrat muss noch zustimmen. Der Sprung um 6.750 € kommt aus einer Sonderanhebung um 3.600 €, mit der die gesetzliche Kasse mehr Geld von Gutverdienern holen will. Wer 2026 noch pflichtversichert ist, wird für 2027 an der angehobenen Grenze gemessen. Wie das im Einzelnen läuft, steht auf der Seite PKV über der JAEG und im Beitrag zur Versicherungspflichtgrenze 2027.
Was zahlt der Arbeitgeber zur PKV dazu?
Der Arbeitgeber zahlt die Hälfte des PKV-Beitrags, 2027 höchstens 557,81 € zur Krankenversicherung und voraussichtlich höchstens 114,75 € zur Pflege.
| Höchstzuschuss im Monat | 2026 | 2027 |
|---|---|---|
| Krankenversicherung | 508,59 € | 557,81 € |
| Pflegeversicherung (Sachsen) | 104,63 € (75,56 €) | 114,75 € (82,88 €) |
| Zusammen | 613,22 € | 672,56 € |
Die Werte für 2027 sind mit dem heutigen durchschnittlichen Zusatzbeitrag von 2,9 % gerechnet, der neue Wert kommt bis zum 1. November. Den Höchstbetrag erreicht nur, wer selbst mindestens das Doppelte zahlt, das gilt für die Kranken- wie für die Pflegeversicherung. Bei den meisten jungen Wechslern trägt der Arbeitgeber also die Hälfte ihres Beitrags, für mitversicherte Kinder genauso. Was alles bezuschusst wird, wann der Zuschuss wegfällt und warum ein hoher Selbstbehalt für Angestellte selten aufgeht, steht auf der Seite Arbeitgeberzuschuss PKV 2027.
Wann sich der Wechsel für Angestellte lohnt
Die PKV rechnet sich für Angestellte, die dauerhaft über der Grenze bleiben, gesund sind und ihre Familienplanung mitgerechnet haben.
- Einkommen auf Dauer: Wer dauerhaft über der Jahresarbeitsentgeltgrenze bleibt, hat den Wechsel mit voller Wirkung. Wer in den nächsten Jahren Teilzeit plant, sollte vorher wissen, dass die Befreiung nach § 8 SGB V nur in bestimmten Fällen greift.
- Gesundheit: Die PKV nimmt nach einer Gesundheitsprüfung auf. Wer heute gesund ist, hat die besten Karten, jede neue Diagnose kann später einen Zuschlag kosten.
- Familie: In der GKV sind Kinder beitragsfrei mitversichert, in der PKV zahlt jedes Kind einen eigenen Beitrag, den der Arbeitgeber zur Hälfte mitträgt. Wie die Familienversicherung in der GKV künftig aussieht, ist politisch noch offen. Durchgerechnet steht das auf der Seite PKV für Familien.
- Zeit: Wer mit 30 oder 35 wechselt, hat Jahrzehnte für den Aufbau der Alterungsrückstellungen. Der Beitrag richtet sich nach dem Eintrittsalter, jedes Jahr Warten macht ihn dauerhaft teurer.
Den grundsätzlichen Systemvergleich, also Recht, Finanzierung und Leistung, gibt es auf der Seite PKV vs. GKV.
Häufige Fehler beim Wechsel
- Mit dem Bruttobeitrag rechnen: Entscheidend ist der Eigenanteil nach Arbeitgeberzuschuss. Der Preis im Angebot ist der Beitrag vor Zuschuss.
- Selbstbehalt zu hoch: Der Arbeitgeber zahlt nur die Hälfte des Beitrags, die Ersparnis halbiert sich also, der Selbstbehalt bleibt in voller Höhe beim Angestellten.
- Tarif zu üppig gewählt: Leistungen, die über das gewünschte Niveau hinausgehen, verteuern den Beitrag ein Berufsleben lang.
- Gesundheitsfragen unsorgfältig beantwortet: Wer unvollständig oder ungenau antwortet, riskiert später, dass der Versicherer vom Vertrag zurücktritt.
- Kündigung vor der Police: Erst kommt die Zusage des Versicherers, dann der Austritt aus der Kasse. Andersherum droht eine Lücke.
Die Themen für Angestellte im Einzelnen
- PKV über der JAEG: Stichtag 31. Dezember 2026, Fristen, Austritt und die Reihenfolge von Police und Kündigung
- Arbeitgeberzuschuss PKV 2027: Höhe, Anspruch, Selbstbehalt, Familie und die Jahre ohne Zuschuss
- PKV für Familien: Kinder, Ehepartner, Elternzeit und Teilzeit in einer Rechnung
- PKV für Geschäftsführer: wann der Geschäftsführer als Angestellter zählt und wann nicht
- PKV für Frauen: Unisex-Tarife, Schwangerschaft und Wartezeiten
- PKV in der Elternzeit: der Moment, in dem der Zuschuss verschwindet
Wie ich Angestellte berate
Meine PKV-Beratung für Angestellte folgt dem produktneutralen Standardprozess: Bedarfsanalyse, Lebensphasen-Prüfung, dann Tarifauswahl. Bei Angestellten prüfe ich zuerst, ob das Gehalt die Grenze auch 2027 sicher überschreitet, und dann rechne ich jeden Tarif mit dem Netto nach Zuschuss durch, samt Familienplanung. Beraten wird online, per Video oder schriftlich vorbereitet.